· 

Hanfanbau ist legal

42 Hektar völlig legaler Cannabis in der Uckermark
42 Hektar völlig legaler Cannabis in der Uckermark

English here.

 

Jahrelang haben Interessengruppen für die Legalisierung von Haschisch gekämpft. Weltweit sieht es so aus, als wenn sie Schritt für Schritt Erfolg haben, ob in Uruguay und Kanada, wo Cannabis kürzlich legalisiert wurde, ob in den USA, wo einzelne Bundesstaaten diesen Schritt gegangen sind, oder in Deutschland, wo Cannabis für medizinische Zwecke legal wird.

 

Unbeachtet bleibt dabei weitgehend, dass der Anbau von weitgehend THC-freiem Nutzhanf in vielen Ländern schon seit Jahrzehnten (wieder) legal ist. Nach der Prohibitionswelle in Folge des Zweiten Weltkriegs hatte der Hanfanbau nur auf kleinen Flächen in Frankreich, Spanien und einigen osteuropäischen Ländern überlebt. Ein wieder aufkommendes Interesse an der Pflanze führte zu einer EU-weiten Legalisierung in den 1990ern. Insbesondere in den letzten zehn Jahren ist der Anbau gewachsen, befeuert ganz wesentlich von der Nachfrage nach Hanfsamen, die als Lebensmittel dienen und ein hervorragendes Öl liefern. Heute wird Hanf in der EU auf insgesamt 33.000 Hektar angebaut, was die größte Fläche seit dem Zweiten Weltkrieg ist. Die größten europäischen Produzenten sind Frankreich, die Niederlande, die Baltischen Staaten und Rumänien. Die Rechtslage ist von Land zu Land etwas unterschiedlich. In jedem Falle sind nur 52 Sorten Nutzhanf erlaubt, alle haben einen THC-Gehalt von weniger als 0,2%. Zur Nutzung als Droge taugen diese Sorten nicht.

 

In Deutschland wird Hanf auf ca. 1.500 Hektar angebebaut. Das darf aber nicht jeder - nur Landwirten ist es erlaubt, Hanf zu kultivieren. Oft wird es so dargestellt, als sei der Hanfanbau ein bürokratischer Albtraum, allerdings ist es tatsächlich halb so wild. Es darf nur zertifiziertes Saatgut verwendet werden, der Anbau muss der Bundesanstalt für Landwirdschaft und Ernährung angezeigt werden, und auch der Beginn der Blüte muss gemeldet werden (dann kommen die Leute von der BLE und checken den Hanf auf THC).  Das war es eigentlich auch schon.

 

China ist der Hauptproduzent von Nutzhanf und erntet etwa die Hälfte der Weltproduktion. 2016 produzierte die nordöstliche Provinz Heilongjiang alleine so viel Hanf wie die gesamte EU. Und es sieht so aus, als wenn China die Hanfproduktion weiter vorantreibt. Es wird massiv in Forschung und Entwicklung investiert, um Hanf zu einem echten Konkurrenten für die Baumwolle zu machen. Erst kürzlich hat die chinesische Armee ihre Soldaten mit Uniformen und Unterwäsche aus Hanf ausgestattet.

 

Es gibt weiterhin Länder, die auch den Anbau von Nutzhanf verbieten. Indien ist immer noch zögerlich, Hanf zu legalisieren, und lediglich einige wenige Bundesstaaten unternehmen erste Schritte. Jahrzehntelang war das einzige entwickelte Land, das nicht nur Marihuana, sondern auch Nutzhanf komplett verbot, die Vereinigten Staaten. Das könnte sich gerade ändern. Im Juni 2018 verabschiedete der Senat einen Gesetzentwurf, der den Nutzhanfanbau für Landwirte legalisieren würde. Der Entwurf muss noch einen weiteren Gesetzgebungsprozess durchlaufen, doch wenn er Gesetz wird, könnten die USA bald zur EU und zu China aufschließen.